
Hapag-Lloyd wird optimistischer und bestellt sechs riesige Containerschiffe bei DSME
Hapag-Lloyd profitiert von weltweit stark gestiegenen Frachtraten
Aktuell ist das Frachtaufkommen auf den Weltmeeren besonders hoch. Gerade in den Häfen Chinas stapeln sich gerade so viele Waren, dass sich der Abtransport zeitweise massiv verzögerte. Mit der stark gestiegenen Nachfrage sind zuletzt die Frachtraten weltweit für viele Verbindungen deutlich in die Höhe geschnellt. Hiervon profitiert auch die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd (ISIN: DE000HLAG475; WKN: HLAG47), die heute die Bestellung von sechs riesigen Containerschiffen bekanntgab.
Wie die Hamburger mitteilten, wurden bei der koreanischen Werft Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering (DSME) insgesamt sechs Schiffe mit jeweils einer Ladekapazität von über 23.500 TEU geordert. TEU steht für die internationale Bezeichnung Twenty-foot Equivalent Unit, also einem Container mit einer Länge von 6,05 Metern bei einer Breite von 2,44 Metern. Insgesamt sollen die rund 400 Meter langen Schiffe mit Flüssiggas (LNG) betrieben werden, was deutliche Energiekosteneinsparungen erwarten lässt.
Strategieänderung bei Hapag-Lloyd
Nachdem die Schifffahrtsbranche rund eine Dekade in einer tiefen Krise steckte und Überkapazitäten auf dem weltweiten Markt für Seelogistik vorlagen, haben viele Reedereien nur sehr zögerlich neue Schiffe bestellt. Zugleich haben sich drei Allianzen im Seehandel gebildet, womit sich die Märkte selbst stärker regulieren und die Zeiten von stark schwankenden Frachtraten vorerst der Vergangenheit angehören dürften. Die Reederei Hapag-Lloyd, die dem Bündnis „The Alliance“ angehört, sollte auch künftig weiter von den neuen Marktbedingungen profitieren.
Zwar werden die neuen Schiffe plangemäß erst ab April 2023 an Hapag-Lloyd geliefert, allerdings bestehen gute Chancen, dass das positive Marktumfeld bis zu diesem Zeitpunkt anhält. Ohnehin ist die Auslastung vieler Werften momentan so hoch, dass Hapag-Lloyd mit den vereinbarten Konditionen bei der Order sehr zufrieden sein kann.
Fazit:
Nachdem Hapag-Lloyd in den Jahren 2017 und 2018 jeweils nach Steuern nur jeweils 27 Millionen Euro und 37 Millionen Euro verdienen konnte, wurde in 2019 bereits ein Nettogewinn von 362 Millionen Euro geschrieben. Mit der jüngsten Prognoseerhöhung ist nun ein Reingewinn von mehr als 820 Millionen Euro im Jahr 2020 möglich. Hieraus resultiert ein 2020er-KGV von 18. Mit den guten Aussichten auf eine weltweite starke Konjunkturerholung im Jahr 2021 könnte der Nettogewinn nochmals deutlich steigen. Dies macht den Titel für spekulativ orientierte Leser attraktiv.
23.12.2020 - Tim Rademacher - tr@zuercher-boersenbriefe.ch
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