
BÖRSE TO GO - Lufthansa, Roche und Hongkong
Gewinnmitnahmen setzen sich fort
Der asiatische Handel verzeichnet starke Kursverluste, nachdem China sein Wachstumsziel aufgab. Zum ersten Mal seit 1990 kann die chinesische Regierung keine Vorgabe liefern, wie stark man jährlich wachsen will. Die Börse hatte sich bereits auf eine Rezession in China eingestellt, aber die völlige Streichung eines Wachstumsziels verunsichert die Anleger heute früh spürbar. Selbst im chinesischen Handel ergeben sich größere Verluste. Der China A 50 Future liegt am Ende der Handelszeit mehr als 1,6 % im Minus, der China H-Aktien Future notiert sogar mehr als 2,1 % tiefer.
Am stärksten trifft es jedoch Hongkong. Der Hang Seng Index erlebt einen der stärksten Tagesverluste seit der Finanzkrise 2008, nachdem auf der jährlichen Vollversammlung des chinesischen Volkskongresses eine signifikante Verschärfung der Gesetze für Hongkong beschlossen wurde. Insbesondere das neue Sicherheitsgesetz, das die nationalen Sicherheitsgesetze in der Sonderverwaltungszone einführt, trifft in Hongkong und in den USA auf harsche Kritik. Mit Widerstand vonseiten der Hongkonger Oppositionspartei und dem US-Kongress wird gerechnet.
Der sich verschärfende Ton zwischen den USA und China sorgte auch heute für fallende Kurse in Europa. Der DAX Future, FTSE 100 Future und Euro Stoxx 50 Future notieren zum Ende des asiatischen Handels mehr als 1,1 % im Minus.
Fliegt die Lufthansa aus dem DAX?
Schon seit einigen Wochen gehen Gerüchte herum, das die Lufthansa-Aktie bei der nächsten Überprüfung im Juni den Index verlassen muss. Ein Vorgang, der große Symbolkraft hätte, denn die Aktie gehört zu den Gründungsmitgliedern des DAX im Jahr 1988.
Aufgrund der sogenannten „Fast Exit“ Regeln der Deutschen Börse wäre ein Ausscheiden der Lufthansa auch in dieser außerordentlichen Überprüfung des DAX möglich. Regulär wird der DAX nur einmal im Jahr - im September - neu zusammengesetzt.
Die schwache Marktkapitalisierung wird dem Konzern zum Verhängnis. Durch den Absturz der Aktie notiert die Lufthansa derzeit auf Platz 54. Um nicht der „Fast Exit“ Regel zum Opfer zu fallen, müsste die Aktie jedoch mindestens auf Platz 45 vorrücken. Ein solcher Kraftakt in so kurzer Zeit wird von den meisten Anlegern nicht erwartet, weswegen die meisten Indexfonds, die den DAX nachbilden, auch bereits ihre Lufthansa-Positionen abgesichert haben.
Roche übernimmt Stratos Genomics
Aus Basel ist heute früh zu hören, dass der Pharmakonzern Roche einen Spezialisten aus den USA übernimmt. Stratos Genomincs hat einen neuen Ansatz entwickelt, um die Kosten und den Zeitaufwand für die Sequenzierung von DNS zu reduzieren. Roche zielt mit dem Zukauf auf eine Verbesserung von Diagnosekits ab. Der Preis für den Zukauf wurde nicht genannt.
22.05.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de
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