
Continental wagt den Rückzug vom Rückzug
Die Sorgen überwiegen
Eigentlich hatte Continental sich als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine bereits weitgehen aus Russland zurückgezogen. Nun kommt aber Medienberichten zufolge offenbar die Wende, denn die Produktion soll wohl zumindest teilweise wieder aufgenommen werden. Die Begründung dafür dürfte nicht jedem schmecken.
Wie unter anderem bei der „FAZ“ nachzulesen ist, soll die Produktion in einem Werk in Kaluga wieder angelaufen sein, was Continental (DE0005439004) auf Anfrage bereits bestätigte. Begründet wird das Ganze mit der Fürsorgepflicht gegenüber den eigenen Mitarbeitern. Denn auf jene kämen harte Strafen zu, sollte das Werk weiterhin geschlossen bleiben.
Im gleichen Atemzug beteuerte Continental auch, nur das nötigste zu tun und weiterhin keine neuerlichen Investitionen in Russland tätigen zu wollen. Die Meinungen über diese Vorgehensweise im Netz gehen recht weit auseinander. Einige vertreten die Ansicht, dass Conti kaum eine adere Wahl gehabt habe. Andere kritisieren, dass mit der Reifenherstellung durchaus kriegsrelevantes Material hergestellt werden könnte.
Die Anleger reagierten derweil positiv auf die Meldung und beförderten die Continental-Aktie mit einem Plkus von 3,9 Prozent sogar an die Spitze des DAX. Je nachdem wie der eigene moralische Kompass gepolt ist, ist das ein zweifelhafter Sieg an den Märkten. Letztlich nimmt das Ganze aber ohnehin nur geringfügig Druck aus dem laufenden Abwärtstrend, der mit Kriegsausbruch in der Ukraine noch einmal deutlich an Fahrt aufgenommen hatte.
Es hat sich nicht viel geändert
Mit einem Schlusskurs von 65,98 Euro per Handelsschluss notierte die Continental-Aktie zuletzt noch immer über 40 Prozent tiefer als vor einem Jahr. Die jüngsten Aufschläge haben an der misslichen Lage des Papiers nur wenig geändert. Jenes stand schon vor dem Krieg in Europa massiv unter Druck aufgrund rasant steigender Kosten für Rohstoffe und Energie. Freilich hat sich diese unschöne Ausgangslage nun nicht unbedingt verbessert. Die teilweise Wiederaufnahme von Tätigkeiten in Russland sollte in jedem Fall nicht überschätzt werden – ganz gleich in welche Rcihtung.
20.04.2022 - Andreas Göttling-Daxenbichler
Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)