
TUI will Staatshilfen zurückzahlen und damit das Thema Corona endgültig zu den Aktien legen
Ist die Krise endlich vorbei?
Kaum ein Unternehmen hierzulande hatte derart schwer mit Corona und den Folgen der Pandemie zu kämpfen wie TUI. Über weite Strecken froren die Geschäfte hier regelrecht ein und letztlich war ein Überleben nur mit Staatshilfen möglich. Eben jene sollen nun aber vollständig zurückgezahlt werden.
TUI (DE000TUAG000) stellte kürzlich Pläne vor, laut denen schon bis Ende 2023 sämtliche Corona-Hilfen an den Staat zurückgezahlt werden sollen. Zudem ist auch geplant, die Kreditlinien bei der KfW-Bank wieder deutlich zu senken. Ermöglicht werden soll all das durch Kapitalerhöhungen, was für die Aktionäre natürlich im ersten Moment wenig erfreulich klingt.
Doch TUI setzt mit all dem auch ein wichtiges Zeichen. Die Corona-Pandemie scheint der Reiseveranstalter endlich hinter sich lassen zu können und damit wird auch der Blick nach oben endlich wieder frei. Das Timing hätte dabei kaum besser sein können, denn US-Inflationsdaten ließen am Dienstag die Stimmung an den Märkten schwer steigen. Insgesamt macht sich gerade die Hoffnung breit, dass die Rezession weniger schlimm als befürchtet ausfallen könnte und das wäre auch für den Reisesektor eine gute Nachricht.
Die TUI-Aktie konnte so gestern um 2,57 Prozent auf 1,72 Euro zulegen und ist nicht mehr weit davon entfernt, an die Erholung aus Oktober und November anzuknüpfen. Jene geriet knapp unterhalb von 1,80 Euro zunächst ins Stocken und die Bullen haben jetzt eine Steilvorlage für neue Angriffe in Richtung Norden erhalten.
Es bleibt nicht einfach für TUI
Bei aller Euphorie soll aber nicht verschwiegen werden, dass die TUI-Aktie noch mit vielen Unsicherheiten zu kämpfen hat. Wie sehr sich die Geschäfte im kommenden Jahr tatsächlich erholen werden und welche Auswirkungen konjunkturelle Entwicklungen nehmen, darüber lässt sich weiterhin nur mutmaßen. Zudem hatte TUI auch vor Corona schon mit einigen Problemen zu kämpfen, darunter viel zu geringe Margen. Das wird auch in Zukunft sehr wahrscheinlich ein Thema bleiben.
14.12.2022 - Andreas Göttling-Daxenbichler
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