
Apple steuert auf unbezahlbare iPhones zu, Nintendo verschiebt Vorbestellungen in den USA, Nike hofft auf Verhandlungen und auch bei Adidas gibt es ein Fünkchen Hoffnung
Donald Trumps Zölle schicken die Märkte in Richtung Keller
US-Präsident Donald Trump hat die Märkte nicht nur damit geschockt, dass er seine Zölle gegen den Rest der Welt tatsächlich einführt. Für Verstimmungen sorgte auch, dass jene letztlich noch deutlich höher als befürchtet ausfallen. Die ersten Zölle treten erst heute in Kraft, doch die Auswirkungen an der Börse waren schon vorher mehr als deutlich zu spüren.
Große Sorgen machen sich die Anleger von Apple (US0378331005), fertigt der Konzern doch schätzungsweise 90 Prozent seiner iPhones und über die Hälfte an Computern in China. Die Einfuhr wird nun laut Medienberichten mit Zöllen von 54 Prozent belegt. Dazu könnten weitere Aufschläge kommen, wenn Bauteile im Entwicklungs- und Herstellungsprozess die US-amerikanische Grenzen passieren. Der Analyst Dan Ives hat das Ganze wohl durchgerechnet, wie „Der Aktionär“ berichtet.
Nach seinen Berechnungen könnten iPhones zum Luxusobjekt in den USA werden. Statt 1.000 US-Dollar könnten in Zukunft für das gleiche Modell 3.500 Dollar fällig werden. Das wäre der Veröffentlichungspreis einer Apple Vision Pro. Die Datenbrille von Apple floppte gewaltig, was viele Beobachter auf den hohen Preis zurückführen. Mit solchen Aussichten im Hinterkopf stürzte die Apple-Aktie in dieser Woche um 13,6 Prozent auf 188,38 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit Mai 2024.
Unsicherheit bei Nintendo
Nintendo (JP3756600007) hat erst vor wenigen Tagen seine neue Konsole Switch 2 angekündigt. Der Autor dieser Zeilen hat das gute Stück bereits vorbestellt. Das ist ein Luxus, der US-Verbrauchern für den Moment verwehrt bleibt. In Reaktion auf Trumps drakonische Zölle kündigte Nintendo an, die Vorbestellungen für das Spielgerät zunächst nicht anzubieten. Am Launch-Termin soll sich zwar nichts ändern. Ob das auch für den Preis gilt, darüber wird aber gerade wild spekuliert.
449 Dollar ruft Nintendo für seine neue Konsole auf, was bereits als recht hoch angesehen wird und für Kritik sorgt. Die überraschend hohen Zölle könnten den Preis weiter in die Höhe treiben. Einige Beobachter halten einen Verkaufspreis von bis zu 600 Dollar für nicht unrealistisch. Damit wurde an der Börse jegliche Vorfreude auf das frische Gerät mit mehr Hardware-Leistung zerstört. Die Nintendo-Aktie fiel in dieser Woche um 11,4 Prozent auf 15,89 Dollar zurück.
Rettung für Nike?
Zeitweise erwischte es die Aktie von Nike (US6541061031) noch sehr viel heftiger. Am Donnerstag verlor der Titel im zweistelligen Prozentbereich an Wert, da Trump gegen Länder wie Vietnam und Kambodscha besonders hohe Zölle verhängte. Dort finden dummerweise über 90 Prozent der Produktion von Sportartikelherstellern statt. Doch am Freitag sollte sich im späten Handel etwas Hoffnung breitmachen.
Einigen Medienberichten zufolge sollen die USA wohl mit Vietnam darüber verhandeln, die Zölle noch zu senken oder vielleicht sogar wieder zu streichen. Spruchreif ist noch nichts, dennoch machte sich etwas Erleichterung bei der Nike-Aktie breit. Jene konnte gestern noch um drei Prozent zulegen und damit die Abschläge auf Wochensicht auf 9,5 Prozent begrenzen.
Adidas im Abwärtssog
Die gleichen Entwicklungen ließen auch den Verkaufsdruck bei der Aktie von Adidas (DE000A1EWWW0) etwas sinken, allerdings reicht es hier nicht mehr für einen Tagesgewinn. Dazu kam die Meldung vermutlich zu spät, denn schon kurz danach schlossen die hiesigen Märkte ihre Pforten. Ein Minus von 0,2 Prozent an einem Tag, an dem der DAX um fünf Prozent abstürzte, scheint aber noch einigermaßen verschmerzbar zu sein.
Doch ein Verlust von 11,5 Prozent im Wochenvergleich ist weiterhin nichts, was sich irgendwie schönreden ließe. Eigentlich läuft es für Adidas sogar besser als für Nike. Doch sämtliche positiven Entwicklungen treten für den Moment in den Hintergrund. Die Aktienkurse werden beherrscht von der nackten Angst davor, welche Konsequenzen Zölle und Gegenzölle nach sich ziehen könnten. Steigende Preise dürften die ohnehin schwache Konsumlaune nicht eben ankurbeln.
Kein schöner Anblick
Dass die US-Zölle nicht der letzte Schock bleiben werden, zeigte sich bereits recht schnell. China reagierte bereits mit Gegenzöllen und trieb den Kursverfall weiter an. Eine Reaktion der EU steht noch aus, dort setzt man aktuell noch auf Verhandlungen. Doch die Optimisten werden weniger und die Weltwirtschaft wird auf den Kopf gestellt. Donald Trump scheint wirtschaftspolitisch die Rückkehr in die 1980er Jahre anzustreben. Deren Regeln auf die heutige Welt anzuwenden, kann ökonomisch aber eigentlich nur in einer völligen Katastrophe enden – für alle Beteiligten.
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05.04.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler
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