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Mercedes-Benz entgeht einer Strafe der EU-Kommission, Volkswagen hingegen muss zahlen, auch Stellantis wird zur Kasse gebeten und Ford blickt nicht wirklich entspannt auf Zolldrohungen

Aus mehreren Richtungen wird Auto-Aktien derzeit zugesetzt

NTG24 - Mercedes-Benz entgeht einer Strafe der EU-Kommission, Volkswagen hingegen muss zahlen, auch Stellantis wird zur Kasse gebeten und Ford blickt nicht wirklich entspannt auf Zolldrohungen

 

Als wären die drohenden US-Zölle nicht schon niederschmetternd genug, bekommen die europäischen Autokonzerne es derzeit auch noch mit zusätzlichen Gegenwind zu tun. Kritiker sind der Ansicht, dass mit Range Extendern wieder einmal ein Trend verschlafen wurde und darüber hinaus sprach die EU-Kommission aufgrund von Kartellrechtsverstößen nun Strafen gegen insgesamt 15 Autobauer aus.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeBetroffen wäre davon eigentlich auch Mercedes-Benz (DE0007100000) gewesen, wo die Strafe wohl bei 35 Millionen Euro gelegen hätte. Das Stuttgarter Unternehmen konnte sich einer Strafe aber entziehen, da es fragwürdige Absprachen laut EU-Kommission überhaupt erst offengelegt hatte. Solche sollen zwischen 2002 und 2017 zum Nachteil von Kunden und Recylingunternehmen stattgefunden haben. Neben zahlreichen Herstellern sprach die EU auch dem Branchenverband ACEA eine Strafe aus.

 

 

 

Mercedes-Benz kommt glimpflich davon, was dem Aktienkurs allerdings auch nicht nennenswert weiterhilft. Zu groß ist die Sorge aufgrund von drakonischen Einfuhrzöllen, die US-Präsident Donald Trump kürzlich auf den Weg brachte. Experten schätzen, dass gerade den deutschen Herstellern dadurch Milliardenumsätze wegbrechen könnten. Die hiesigen Märkte konnten sich vom Zollschock am Dienstag zwar etwas erholen, doch im Autosegment blieb die Stimmung schlecht. Die Mercedes-Benz-Aktie konnte sich um kaum nennenswerte 0,1 Prozent auf 54,23 Euro verbessern.

 

Volkswagen: Zusammenarbeit zahlt sich aus

 

Einer Strafe kann Volkswagen (DE0007664039) zwar nicht entgehen. Doch wie Unternehmen und EU-Kommission mitteilten, habe während der Untersuchung eine uneingeschränkte Zusammenarbeit stattgefunden. Honoriert wird dies mit deutlich geringeren Strafen als eigentlich vorgesehen. VW wird mit 127 Millionen Euro zwar immer noch die höchste Strafe zahlen müssen, was angesichts der Größe des Konzerns aber auch zu erwarten war. Es hätte potenziell auch noch deutlich mehr sein können.

Dieser Umstand scheint auszureichen, um die Anleger nicht allzu sehr zu verunsichern und so gab es immerhin keinen neuerlichen Kurseinbruch zu sehen. Die Volkswagen-Aktie konnte sich am Dienstag sogar um immerhin 1,1 Prozent auf 94,56 Euro steigern. Wie gehabt bleibt der Titel aber unterhalb von 100 Euro und damit sichtlich angeschlagen. Der Blick nach vorn ist weiterhin aufgrund einer zurückhaltenden Verbraucherstimmung und der Furcht vor weiteren Eskalationen bei Handelskriegen mehr als getrübt.

 

Keine Ausnahme für Stellantis

 

Die Aktie von Stellantis (NL00150001Q9) wird von ähnlichen Faktoren unter Druck gesetzt und zumindest aktuell hilft es auch nicht weiter, dass der niederländische Autogigant in den letzten Monaten ein vergleichsweise ansehnliches Wachstum bei den Absatzzahlen erreichen konnte. Der Aktienkurs konnte sich gestern nur um 0,4 Prozent auf 10,30 Euro verbessern, womit sich auf Wochensicht Abschläge von knapp elf Prozent ergeben.

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Die Strafe der EU beläuft sich bei Stellantis auf 75 Millionen Euro. Das reißt noch kein allzu tiefes Loch in die Kasse. Allerdings könnten sich Unternehmen und Anleger wohl dennoch angenehmere Neuigkeiten vorstellen. Besonders schmerzlich sind derartige Belastungen aufgrund des anhaltenden Sparzwangs, mit dem die Margen wieder klettern sollen. Außerordentliche Kosten machen es Stellantis freilich nicht einfacher, dieses Ziel zu erreichen.

 

Ford: Von Gelassenheit keine Spur

 

Man sollte meinen, dass US-Autobauer im derzeitigen Klima etwas freundlicher behandelt würden. Davon ist bei der Aktie von Ford (US3453708600) allerdings nichts zu spüren, und das aus gutem Grund. Denn auch hier werden nicht unwesentliche Anteile der in den USA verkauften Vehikel importiert, beispielsweise aus Mexiko. Außerdem kommen in den US-Fabriken Teile aus dem Ausland zum Einsatz, die von den Importzöllen laut Trump nicht ausgenommen werden sollen. Die Anleger können daher über die unerfreulichen Entwicklungen leider nicht einfach hinwegsehen.

Dementsprechend steht auch die Ford-Aktie unter Druck mit Kursverlusten von 3,4 Prozent in den letzten fünf Handelstagen. Dass der US-Konzern rund 40 Millionen Euro an die EU überweisen muss, macht es den Bullen nicht einfacher, aus ihrer Deckung herauszufinden. Zudem dürfte auch einigermaßen sorgenvoll auf die Möglichkeit von Gegenzöllen geblickt werden. Einfacher als die europäischen Konkurrenten hat Ford es letztlich nicht.

 

Keine echte Erholung in Sicht

 

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Werbebanner DegussaObschon die Kurse einiger Autobauer sich am Dienstag leicht verbesserten, kann von einer echten Erholung doch noch lange keine Rede sein. Denn vorherige Verluste konnten nicht ansatzweise ausgeglichen werden und der nächste Hammer könnte schon in Kürze wieder für Verkaufslaune sorgen. Der Gegenwind hinsichtlich sinkender Absatzzahlen, teils katastrophaler Margen und einem einbrechenden China-Geschäft hat noch gar nicht richtig nachgelassen, da wird den Unternehmen schon mit den nächsten Hiobsbotschaften zugesetzt.

 

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02.04.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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