
Meyr Burger droht aufgrund hoher Verluste mit der Schließung seines Werks in Deutschland
Jetzt ist die Politik gefragt
Chinesische Hersteller von Solarmodulen haben den europäischen Markt nur so geflutet. Das lässt sich unter anderem auf Handelsbeschränkungen durch die USA und Indien erklären, welche den hiesigen Absatzmarkt umso interessanter machen. Heimische Hersteller können da oftmals nicht mithalten und manches Unternehmen wurde bereits zum Aufgeben gezwungen.
Nun scheint auch das Werk von Meyer Burger (CH0108503795) in Freiberg aus dem letzten Loch zu pfeifen. Wie das Unternehmen gestern mitteilte, wird die Schließung des Standorts mit rund 500 Mitarbeitern vorbereitet. Zu diesem Schritt fühlt man sich gezwungen, da allein für 2023 mit einem operativen Verlust in Höhe von 126 Millionen Franken (ca. 133,8 Millionen Euro) gerechnet wird.
Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht getroffen, was aber spätestens im Februar geschehen soll. Um das Werk doch noch zu retten, nimmt Meyer Burger in erster Linie die Politik in die Pflicht. Dem Vernehmen nach gibt es bereits Gespräche mit dem Bundeswirtschaftsministerium, wo man sich wohl offen für Unterstützungen zeigt und sich der Bedeutung der lokalen Produktion von Solarmodulen bewusst ist. Doch bekanntlich ist der finanzielle Spielraum der Bundesregierung auch eingeschränkt.
Auch in den USA setzt Meyer Burger auf staatliche Unterstützung und macht sich nicht allzu viele Sorgen, dass solche bei einer hypothetischen Wahl von Donald Trump zum Jahresende rückabgewickelt werden könnten. Man setzt darauf, dass auch unter den Republikanern genügen Stimmen zu finden sind, die sich für einen Erhalt der Produktion von Solarpanelen aussprechen wird.
Meyer Burger im freien Fall
Auf Seiten der Anleger hält sich die Hoffnung auf eine Rettung hingegen eher in Grenzen. Dafür spricht zumindest der Aktienkurs, der am Mittwoch um 31,5 Prozent in die Tiefe rauschte und bei nur noch 0,09 Franken aufschlug. Der schmerzhafte Abwärtstrend setzt sich damit im hohen Tempo fort. Auf Jahressicht wurden 85 Prozent an Börsenwert vernichtet. Es mag sein, dass Meyer Burger sich nun noch manchen Kredit oder andere staatliche Unterstützung sichern kann. Doch ein Unternehmen, das offensichtlich nicht auf eigenen Beinen stehen kann, ist aus Anlegersicht stets mit Vorsicht zu behandeln.
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18.01.2024 - Andreas Göttling-Daxenbichler
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