
Nintendo stellt die nächste Generation seiner Spielekonsolen vor, sorgt damit aber nicht nur für Begeisterung
Mit teils hohen Preisen verdirbt Nintendo einigen die Laune
Lange ließ sich Nintendo Zeit, doch nun endlich wurden auch die letzten Informationen zur neuen Spielekonsole Switch 2 vorgestellt. Bereits am 5. Juni, also in rund zwei Monaten, soll das Gerät erscheinen. Eine Stunde lang stellte der Konzern sowohl die Switch 2 als auch neue Spiele vor. Begeisterungsstürme folgten daraus nicht unbedingt, auch nicht an der Börse.
Dort musste die Aktie von Nintendo (JP3756600007) gestern zarte Verluste von 0,2 Prozent hinnehmen. Im Prinzip zeigte der japanische Spielekonzern mehr oder weniger das, was im Vorfeld bereits erwartet wurde. Bestätigt hat sich die Vermutung, dass es sich um eine etwas größere Switch mit mehr Leistung handelt. Der Bildschirm löst nun mit 1080p statt bisher 720p auf und per Dock können auf externen Displays auch 4K-Auflösungen wiedergegeben werden.
Weiter ins Detail zum verbauten Chip oder der Menge an Arbeitsspeicher ging Nintendo nicht. Insider gehen davon aus, dass die mobile Konsole ungefähr auf dem Niveau einer PlayStation 4 liegen wird. Für ein mobiles Gerät ist das durchaus ansehnlich, aber auch nicht unbedingt weltbewegen. Insbesondere nicht vor dem Hintergrund, dass Nintendo die Plattform wohl ähnlich lange bedienen möchte wie die erste Switch, die vor rund acht Jahren das Licht der Welt erblickte.
Nintendo punktet mit der Software
Nichts zu meckern gibt es beim Lineup für die frische Nintendo-Konsole. Eingeleitet wurde die gestrige Vorstellung mit einer Vorschau zu „Mario Kart World“, dem Nachfolger des Millionensellers Mario Kart 8. Gefahren werden darf in Zukunft in einer offenen Welt, womit sich Nintendo am erfolgreichen Konzept von Microsofts „Forza Horizon“ bedient. Darüber hinaus beglückt Donkey Kong die Switch 2 mit „Donkey Kong Bananza“ und von Drittherstellern gibt es unter anderem „Duskbloods“, „Cyberpunk 2077“ und „Final Fantasy VII Remake“. Insgesamt wurden bisher 46 Titel von Drittherstellern bestätigt.
Nicht wenig davon wird im Laufe des Sommers, also zum Release oder kurz danach erscheinen. Genug zu spielen wird es auf der Switch 2 also geben, so man sich das denn leisten kann oder möchte. Denn einen kleinen Bock geschossen hat Nintendo bei den Preisen für die neue Plattform. 470 Euro werden hierzulande fällig, 510 Euro sind es im Bundle mit Mario Kart. Das ist doch etwas mehr, als sich viele erhofft hatten.
Bei Spielen und Zubehör langt Nintendo ebenfalls ordentlich zu. Für die physische Version von Mario Kart werden satte 90 Euro fällig, ebenso viel kostet die neue Variante des Pro Controllers. Das geht über taschengeldfreundliche Bereiche weit hinaus und dementsprechend fallen auch einige Reaktionen im Netz aus. Trotz Inflation und Co. gibt es Zweifel daran, ob mit solchen Preisen ein ähnlicher Erfolg wie mit der ursprünglichen Switch möglich sein wird.
Mehr vom Gleichen
Das gilt auch mit Blick darauf, dass Nintendo mit der Switch 2 lediglich den Weg der Evolution beschreitet und sich um Produktpflege kümmert. Doch was im vergangenen Jahrzehnt noch neu und aufregend war, daran haben die Nutzer sich längst gewöhnt. Vielleicht denkt Nintendo die Switch eher als Plattform denn als einzelne Geräte und will die bisherigen Varianten als günstigen Einstieg noch etwas länger beibehalten. Über die genaue Geschäftsstrategie ließ man sich allerdings nicht weiter aus.
Early Adopter wird Nintendo mit Sicherheit genügen finden. Doch werden initiale Verkaufszahlen nicht über den langfristigen Erfolg entscheiden. Hardware und Software wissen durchaus zu überzeugen, doch die hohen Preise könnten eine große Hürde darstellen und viele Verbraucher von der neuen Konsole abschrecken. Das gilt in diesen Zeiten umso mehr, hat der Spielemarkt doch bereits einen gewissen Abschwung verkraften müssen. Auch wenn Nintendo bei der Switch 2 auf den ersten Blick nicht viel falsch macht, so fehlt es doch ein wenig an der Euphorie, welche den Vorgänger bei der Vorstellung noch begleitete.
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03.04.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler
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