
Die Aktie der Sberbank erlebt den schwärzesten Tag ihrer Geschichte
Auf dem Weg zum Nullpunkt?
Über Monate herrschte Anspannung an der ukrainischen Grenze, während westliche Politiker alles dafür taten, eine militärische Eskalation zu verhindern und Russlands Präsident Putin immer wieder beteuerte, eine solche nicht zu planen. Wie jetzt bekannt ist, war das eine glatte Lüge.
Vorbereitet wurde die gestern gestartete Invasion mit der Anerkennung der Volksrepubliken Luhansk und Donezk. Darauf reagierten die westlichen Partner bereits mit Sanktionen, die sich aber noch im Rahmen hielten. Vor allem die Sberbank (RU0009029540) konnte da gerade einmal noch dem Schlimmsten entgehen. Als die Anleger sich gerade beruhigten, machte Putin aber schließlich ernst und gab den Einmarschbefehl seiner Truppen in die Ukraine.
Die Folge waren weitere weitreichende Sanktionen des Westens, welche nun auch die Sberbank direkt treffen. Russland selbst zeigt sich davon unbeeindruckt und spricht davon, genügen finanzielle Rücklagen zu haben, um den eigenen Finanzsektor über längere Zeit zu stabilisieren. Umgerechnet 573 Milliarden Euro sollen auf der hohen Kante liegen.
Deutlich weniger entspannt nahmen allerdings die Anleger die jüngste Eskalation zur Kenntnis. Vor allem ausländische Investoren flüchteten geradezu und ließen die Sberbank-Aktie am Donnerstag zeitweise um mehr als 70 Prozent abstürzen. Nach einer gewissen Erholung im späteren Handel ging es immerhin wieder auf 3,40 Euro aufwärts und die Abschläge betrugen bei Handelsschluss „nur“ noch 57 Prozent.
Das war noch nicht alles
Schon jetzt ist absehbar, dass die Angelegenheit sich damit nicht erledigt hat. Russland kündigte bereits eine Reaktion auf die jüngsten Sanktionen an und auch der Westen dürfte es bei den bisherigen Maßnahmen nicht belassen. Ein Ausschluss aus dem internationalen Bankensystem Swift wird weiterhin diskutiert. Mancherorts ist die Rede davon, dass ein solcher lediglich noch vorbereitet werden müsse, um die Konsequenzen für die westlichen Staaten auf ein Minimum zu reduzieren. Bestätigen lassen sich solche Berichte aber nicht. Die Sberbank dürfte in einem solchen Fall aber mit Sicherheit den nächsten Crash erleben, weshalb Anleger jetzt tunlichst auf Abstand bleiben sollten.
25.02.2022 - Andreas Göttling-Daxenbichler
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