
Ein mutmaßlicher Rückzug aus der Politik von Elon Musk hilft der Aktie von Tesla auf die Sprünge, doch Trumps Zölle machen die gute Stimmung schnell wieder zunichte
Für Tesla scheint es weiter abwärts zu gehen
Mit den jüngsten Absatzzahlen sorgte Tesla gestern für lange Gesichter. 336.681 Fahrzeuge konnte das Unternehmen im vergangenen Quartal ausliefern und damit 13 Prozent weniger als im ohnehin schon eher schwachen Vorjahreszeitraum. Insbesondere in Europa und China brachen die Verkaufszahlen ein und der offene Protest gegen das Unternehmen und seinen Chef hinterlässt immer tiefere Spuren.
Passend dazu tauchten Gerüchte auf, laut denen sich Elon Musk schon sehr bald und damit früher als erwartet von seiner Beratertätigkeit in der US-Regierung zurückziehen könnte. Den unbestätigten Berichten zufolge will sich Musk wohl zur Abwechslung mal wieder seinen teils strauchelnden Unternehmen widmen, allen voran Tesla (US88160R1014). Das führte an den Märkten schon zu Hoffnungen darauf, dass die Talfahrt vielleicht doch noch aufgehalten werden konnte.
Die mauen Absatzzahlen lagen zwar noch unter den Erwartungen vieler Beobachter. Dennoch konnten die Aktionäre darüber zunächst großzügig hinwegsehen. Die aufkommenden Spekulationen wurden regelrecht gefeiert und mit der Tesla-Aktie ging es um 5,3 Prozent bis auf 282,76 US-Dollar in Richtung Norden. Sollte Musk politisch kürzer treten, erhoffen sich die Anteilseigner davon nicht zuletzt auch positive Auswirkungen auf das zuletzt heftig angekratzte Image von Tesla. Doch die Hoffnung sollte die Aktie nicht allzu lange antreiben.
Donald Trump lässt Tesla wieder einbrechen
Die Kursgewinne aus dem gestrigen Handel wird die Tesla-Aktie aller Voraussicht nach nicht lange verteidigen können. Nachbörslich brach der Kurs schon wieder um acht Prozent ein und machte damit die vorherigen Aufschläge zunichte. Bis auf 260 Dollar fielen die Kurse hinab. Der Grund dafür ist schnell gefunden. Er sitzt im Weißen Haus und hört auf den Namen Donald Trump.
Wie befürchtet ließ Trump gestern nach Börsenschluss seine neuerlichen Zölle verkünden, die sowohl Rivalen als auch Verbündete treffen. Ganz besonders Autoimporte werden mit drakonischen Einfuhrzöllen belegt. Tesla fertigt seine Fahrzeuge für den US-Markt zwar in den USA. Der Konzern verlässt sich aber auf etliche Bauteile aus dem Ausland, welche von den Zöllen explizit nicht ausgenommen werden. Das Unternehmen selbst warnte vor wenigen Tagen erst vor negativen Folgen, welche sich durch die Trump-Zölle ergeben könnten.
Somit bleiben für Tesla unter dem Strich auf der Habenseite eher vage Gerüchte um einen Ausstieg von Trump aus DOGE und eine mögliche Beruhigung der Verbraucher. Dem gegenüber stehen aber harte Fakten, wenn es um US-Zölle geht. Das ohnehin strauchelnde Geschäft wird dadurch weiter unter Druck gesetzt und dementsprechend entscheiden sich viele Anleger weiterhin für den Rückzug.
Keine Rettung in Sicht
Selbst wenn Elon Musk tatsächlich einen schnellen Ausstieg aus der Politik anstreben sollte, so würde das noch längst nicht bedeuten, dass die Verkaufszahlen wieder anziehen werden. Die Verbraucher dürften die letzten Monate so schnell kaum vergessen und verprellt hat Musk vor allem seine einstige Kernklientel, die als gebildet und politisch aktiv gilt. Dort könnte man besonders nachtragend sein und sich längst mit den Produkten der Konkurrenz angefreundet haben. Um das Image aufzupolieren, müsste mit dem Abgang aus der Politik wenigstens ein geringfügiger Sinneswandel von Musk einhergehen.
Verlass ist darauf nicht und so ist es letztlich nachvollziehbar, dass der Tesla-Aktie die große Erholungsrallye zunächst verwehrt bleibt. Fundamental deuten sämtliche Indikatoren auf einen lebendigen Abwärtstrend hin und trotz bereits erfolgter Korrekturen stellt sich immer mehr die Frage, wie berechtigt die hohe Börsenbewertung des Konzerns eigentlich noch ist. Auch weiterhin dürfte es nicht die schlechteste Idee sein, sich die weiteren Entwicklungen entspannt von der Seitenlinie aus anzusehen.
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03.04.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler
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