
Apple im Sinkflug, auch Nvidia wird abgestraft, Anleger von Meta fürchten die EU und bei Volkswagen könnte es haarig werden
Trump macht ernst und schockt die Märkte mit hohen Zöllen
Es war im gestrigen Handel das beherrschende Thema, auch wenn es Gewissheit erst nach Börsenschluss gab: die Märkte stellten sich auf neue US-Zölle ein, welche US-Präsident Donald Trump letztlich wie erwartet verkünden ließ. Was auch immer seinen Weg in die USA findet, wird in Zukunft pauschal mit einem Einfuhrzoll von zehn Prozent belegt. Ausnahmen sind nicht vorgesehen. Stattdessen erhöht Trump die Zölle noch für Einfuhren aus Regionen, die seiner Ansicht nach die USA besonders schlecht behandeln würden. Dazu gehört auch die EU.
Trump fabulierte bei der Ankündigung von einer neuen Ära des Reichtums in den USA, was die Märkte aber etwas anders einzuschätzen scheinen. Dort sorgten die Ankündigungen vornehmlich für Kopfschmerzen. Die US-Indizes begaben sich nachbörslich auf Talfahrt und insbesondere die in der Vergangenheit so stark gelaufenen Tech-Aktien wurden abgestraft. Bei Apple (US0378331005) ging es nach Handelsschluss um über sieben Prozent bis auf 207,91 US-Dollar in Richtung Süden.
Das ist wahrscheinlich nicht die größte Überraschung, importiert Apple seine iPhones und andere Geräte doch noch immer aus dem Ausland. Selbst wenn die Herstellung vollständig in die USA verlagert werden sollte, würde dies Jahre in Anspruch nehmen und ob es wirklich günstiger wäre als mit den nun angekündigten Zöllen, darüber lässt sich wahrscheinlich streiten. Es wird für den Tech-Giganten wohl so oder so unangenehm werden.
Nvidia endgültig im Sturzflug?
Bereits seit einer Weile befindet sich Nvidia (US67066G1040) in einer Phase der Korrektur, die sich nun auszuweiten droht. Die Trump-Zölle ließen den Kurs nachbörslich um etwa fünf Prozent abstürzen. Als dieser Artikel gerade entstand, reichte es noch für 104,82 US-Dollar und die psychologisch wichtige Linie bei 100 Dollar rückt immer näher. Neben den frischen Zöllen wird der Titel auch von strengeren Exportkontrollen für KI-Chips belastet.
Darüber hinaus dürften die Anleger die internationale Reaktion auf die US-Zölle fürchten. Niemand glaubt daran, dass Länder wie China das Ganze einfach so hinnehmen werden. Realistischer scheint eine weitere Eskalation und erste Stimmen sprechen bereits von einem globalen Handelskrieg. Sollte es tatsächlich zu einem solchen kommen, droht Nvidia davon ein Stück weit zerrieben zu werden. Das ist zwar noch kein Untergangsszenario, doch Kauflaune will dabei auch nicht recht aufkommen.
Meta im Visier
Die Anleger von Meta (US30303M1027) blicken skeptisch in Richtung Europa. Eine jüngst verhängte Strafe der EU fiel zwar relativ milde aus. Doch die nächsten Reibereien zeichnen sich bereits am Horizont ab. I Großbritannien klagen einige Autorinnen und Autoren gegen den Internet-Giganten, der wohl Millionen Bücher ohne Rücksicht auf Urheberrechte für das Training seiner KI Llama 3 verwendet haben soll. Sollte man damit Erfolg haben, könnte das Beispiel auch anderswo Schule machen.
Fürchten dürften die Anleger aber auch die EU, welche sich auf die Trump-Zölle wohl bereits vorbereitet hat. Allem Anschein nach wird aktuell noch auf Verhandlungen gesetzt. Sollten jene aber nicht fruchten, hat man wohl auch schon Vergeltungsmaßnahmen in der Schublade liegen und solche könnten laut Medienberichten auf US-Tech-Konzerne abzielen. Die Meta-Aktie erfuhr am Mittwoch nachbörslich Verluste von 4,8 Prozent; der Kurs gab bis auf 556 Dollar nach.
Keine Verschnaufpause für Volkswagen
Der Aktie von Volkswagen (DE0007664039) dürfte heute wohl auch ein unangenehmer Handelstag bevorstehen, denn Autoimporte hat Donald Trump bei seinen Zöllen ganz besonders ins Visier genommen. Bereits vor einigen Tagen wurde angekündigt, dass diese bei 25 Prozent liegen sollen. Bisher unbekannt ist, ob die nun angekündigten Einfuhrzölle noch aufgeschlagen werden. Doch in jedem Fall muss Volkswagen mit enormen Belastungen auf dem wichtigen US-Markt rechnen.
Die Anleger reagieren darauf mit Verkäufen. Im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz ging es für die Volkswagen-Aktie heute um drei Prozent abwärts und die 90-Euro-Marke wurde dabei nach unten gerissen. Damit unterschreitet der Titel wichtige charttechnische Support-Linien und die Ende vergangenen Jahres gestartete Erholung gerät immer mehr ins Wanken.
Miese Stimmung macht sich breit
Manch einer hoffte noch darauf, dass Trump ähnlich wie bei Kanada und Mexiko seine drakonischen Zölle auf die lange Bank schieben könnte. Dazu scheint er aber nicht gewillt zu sein. Stattdessen wird der Weg des Eskalation gewählt im aufrechten Glauben daran, dass dies den USA irgendwie nützen würde. Dass sämtliche historischen Beispiele etwas anderes versprechen, interessiert den amtierenden US-Präsidenten freilich nicht. Ökonomen rechnen mit einem Abschwung der Wirtschaft weltweit und die Börse kommt da natürlich nicht eben in Feierlaune.
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03.04.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler
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