
Bundeskartellamt ermittelt gegen Vodafone und Vantage Tower
1&1: Bundeskartellamt nimmt Ermittlungen gegen Vodafone und Vantage Tower auf
Kommt Ralph Dommermuth in diesem Jahr seinem Traum von einem eigenen 5G-Mobilfunknetzwerk näher? Im vergangenen Jahr ist er krachend gescheitert, was vielfältige Gründe hat. Die Zeit ist jedenfalls nicht wieder wettzumachen.
Die Beschuldigungen zwischen 1&1 (DE0005545503) und Vantage Tower werden immer ernster. Ralph Dommermuth hatte bekanntlich öffentlich die ehemalige Funkmasttochter von Vodafone (GB00BH4HKS39) für das bisherige Scheitern des Ausbaus eines hauseigenen 5G-Netzes verantwortlich gemacht. Ein wesentlicher Baustein in dem Ökosystem, dass alle Dommermuth Unternehmen trifft, auch die United Internet (DE0005089031). Doch was ist dran an den Vorwürfen?
Fakt ist, dass 1&1 im vergangenen Jahr 1.000 Antennenstandorte hätte in Betrieb nehmen müssen. Das war die Vorschrift der Bundesnetzagentur, die darüber wacht, dass ein Mobilfunkbetreiber möglichst schnell und umfassend die bevölkerungsreichsten Regionen in Deutschland abdeckt. Fakt ist auch, dass 1&1 mit seinen Vertragspartnern lediglich 5 (!) Antennenstandorte in Betrieb nahm. Vantage Tower hatte sich bis Ende 2022 zur Bereitstellung von 650 Antennenstandorten vertraglich verpflichtet, stellte aber nur einen funktionierenden Antennenstandort bereit. Eine Verfehlung der vorgegebenen Ziele kann vonseiten der Bundesnetzagentur mit bis zu 50.000 Euro je fehlendem Antennenstandort bestraft werden, aber 1&1 wird voraussichtlich wohlwollend behandelt werden.
Bundeskartellamt ermittelt gegen Vodafone und Vantage Tower
Auffällig ist, dass Vantage Tower keine Probleme hatte, die ehemalige Mutter Vodafone mit neuen 5G-Antennenstandorten zu versorgen. Insgesamt 1.600 Standorte baute man für Vodafone auf, aber nur einen für 1&1. Aus diesem Grund hatte Dommermuth über 1&1 eine offizielle Beschwerde beim Bundeskartellamt eingereicht. Und das Amt bestätigte heute, dass man eine Prüfung des Falls im Hinblick auf eine mögliche Behinderung von 1&1 durch Vodafone und Vantage Tower prüft. Eine Prüfung, die jedoch Zeit in Anspruch nehmen wird. Wie stellt sich in der Zwischenzeit das operative Geschäft dar?
Die eigentlichen Zahlen zum 1. Quartal von United Internet waren befriedigend. Man konnte den Umsatz dank des guten Neugeschäfts um 6,6 % auf 1,54 Mrd. Euro verbessern. Parallel dazu bestätigte man den Jahresausblick, der von einem Umsatz von 6,2 Mrd. Euro ausgeht. Das würde einem Wachstum von 5 % entsprechen. Das „bereinigte“ EBITDA sank im 1. Quartal leicht um -3,4 % auf 319 Mio. Euro. Auf dieser Berechnungsebene, die insbesondere den Aufwand und Ertrag für das Ionos (DE000A3E00M1) IPO herausrechnet, soll sich im Gesamtjahr eine Stagnation ergeben. Das Ergebnis pro Aktie im 1. Quartal sank deutlich von 0,55 auf 0,43 Euro, was auf die gestiegenen Investitionen und die erhöhten Zinskosten zurückzuführen ist.
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03.06.2023 - Mikey Fritz
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