
Mit der möglichen Verstaatlichung ergeben sich bei den Aktionären von Uniper viele Fragen
Der Blick ins Ungewisse
Bekanntlich wird bei Uniper derzeit darüber spekuliert, dass der Bund die Mehrheit an dem Unternehmen erlangen und dieses dadurch defacto verstaatlichen könnte. Welche Konsequenzen sich in einem solchen Szenario für die Anleger ergeben, darüber wird derzeit munter diskutiert.
Die Aktionäre gehen erst einmal nicht davon aus, dass sich das Ganze für sie in irgendeiner Weise lohnen wird. Entsprechend gab es zuletzt den nächsten Kursrutsch bei der Aktie von Uniper (DE000UNSE018), welche mittlerweile unterhalb von 4 Euro notiert. Zum Vergleich: noch vor einem Jahr wurde der Titel für rund das Zehnfache gehandelt. Hier von einem Absturz zu reden, wirkt noch fast wohlwollend.
Die Reaktionen sind im ersten Moment nachvollziehbar. Denn sollte der Bund seine Beteiligung ausbauen, wird er das sehr wahrscheinlich zum gleichen Kurs tun, zu dem zuvor schon die aktuelle Beteiligung eingekauft wurde. Der liegt bei gerade mal 1,70 Euro und damit noch einmal deutlich tiefer als die ohnehin schon enttäuschenden tatsächlichen Kurse. In der Folge wäre eine massive Verwässerung nicht zu vermeiden.
Ein positives Szenario aus Sicht der Aktionäre wäre letztlich wohl einzig, sollte der Bund sich alle Anteile an Uniper sichern und das Unternehmen von der Börse nehmen wollen. In einem solchen Fall müsste wahrscheinlich ein satter Aufpreis zu den aktuellen Kursen gezahlt werden. Darauf setzen sollte aber niemand, denn ehrlicherweise gibt es für die Bundesregierung kaum einen Grund, so mit Uniper zu verfahren.
Uniper blickt in die Tiefe
Den bisherigen Aussagen von Politikern ist zu entnehmen, dass Uniper letztlich nur soweit gestützt werden soll, dass der Konzern nicht in seiner Existenz bedroht wird. Es ist möglich, dass dafür eine Verstaatlichung notwendig ist, denn die Verluste weiten sich mit jedem Tag aus. Es gibt aktuell aber nur wenige wahrscheinliche Szenarien, in denen die Anleger profitieren können. Daher ist die Zurückhaltung der Bullen nachvollziehbar und weitere Kursverluste sind alles andere als unwahrscheinlich.
16.09.2022 - Andreas Göttling-Daxenbichler
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