
Nach einem tödlichen Autounfall sorgen sich Anleger um die Sicherheit autonomer Fahrsysteme von Xiaomi und die Aktie erlebt ihren ersten Crash nach einer beeindruckenden Rallye
Xiaomi muss jetzt viele Fragen beantworten
Es kommt eher selten vor, dass es in China Meldungen zu Unfällen im Zusammenhang mit selbstfahrenden Assistenzsystemen gibt. Nachdem sich nun ein tödlicher Zwischenfall mit einem Fahrzeug von Xiaomi ereignete, brodelte es jedoch in den sozialen Medien. Zunächst machten etliche Gerüchte die Runde, von denen sich letztlich nicht alle bestätigen sollten.
Raum zum Gedeihen hatten die Fehlinformationen nicht zuletzt deshalb, weil Xiaomi (KYG9830T1067) selbst erst 60 Stunden nach dem Unfall ein Statement veröffentlichte. Zuvor war davon zu lesen, dass Türen sich beim Unfall nicht öffnen ließen und Kinder ums Leben kamen. Nun scheint klar zu sein, dass in dem Fahrzeug drei Studentinnen von Wuhan in Richtung Anhui unterwegs waren. Sie sollten die Fahrt nicht überleben. Auf Bildern ist ein vollständig ausgebranntes Fahrzeug zu sehen.
Xiaomi gibt an, dass der Unfall sich auf einem Streckenabschnitt mit Bauarbeiten ereignet habe. Dort wurde der Verkehr auf die Gegenfahrbahn geleitet und auf der eigentlichen Strecke befand sich eine Betonabsperrung. Jene erkannte das Assistenzsystem und forderte die Fahrerin zum Eingreifen auf. Letztere reagierte darauf auch, konnte aber wohl nicht mehr viel tun. Gerade einmal zwei bis vier Sekunden Zeit sollen zwischen Warnung und Unfall gelegen haben. So prallte das Fahrzeug letztlich mit 97 km/h auf die Absperrung.
Xiaomi: Das darf nicht passieren
Nun gibt es viele offene Fragen und das Thema entwickelte sich zeitweise zum meistdiskutierten Gesprächsstoff auf der chinesischen Plattform Weibo. Xiaomi bemühte sich darum, selbst für etwas mehr Klarheit in einem Fragenkatalog zu sorgen. Dass doch recht viel Zeit verging, bis der Unfall gemeldet wurde, wird mit unklaren Informationen über den tatsächlichen Fahrzeughalter begründet.
Xiaomi hatte nach eigenen Angaben noch keinen Zugriff auf die daten aus dem Unfallfahrzeug und kann daher noch nichts zu Gerüchten sagen, laut denen die Türen des Fahrzeugs sich nicht öffnen ließen. Als falsch werden derweil Gerüchte bezeichnet, laut denen das Unfallauto nach Peking zurückgeschleppt wurde. Ferner verspricht Xiaomi, mit den Behörden eng zusammenzuarbeiten, um die Ursachen und weitere Details zum Unfall lückenlos aufklären zu können.
Es bleibt die Frage im Raum, wie ein solcher Unfall passieren konnte und warum das Fahrzeug Feuer fing. Einige Beobachter richten ihren Blick auf die Batterie, die von BYD stammt. Dort wird aber auf den Fahrzeughersteller verwiesen. Das Bremssystem von Bosch steht ebenfalls im Verdacht, etwas mit dem Brand zu tun zu haben. Schlüssige Beweise dafür fehlen jedoch ebenfalls. Es muss noch abgewartet werden, was weitere Untersuchungen zutage fördern werden.
Das Ende des Börsenmärchens?
In jedem Fall hat der Unfall die Anleger wachgerüttelt und nachhaltig verunsichert. Die Euphorie rund um die erst im vergangenen Jahr gestarteten Elektroautos von Xiaomi brach regelrecht zusammen. Hierzulande verlor die Aktie am Dienstag um sieben Prozent an Wert, nachdem es schon am Montag steil in Richtung Süden ging. 5,45 Euro standen gestern zu Handelsschluss auf dem Ticker und damit etwa 19 Prozent weniger als noch vor einer Woche. Sollte der Autopilot von Xiaomi ein grundsätzliches Problem haben, könnte es sich mit der Erfolgsstory erst einmal erledigt haben.
An dieser Stelle soll der Teufel nicht an die Wand gemalt werden. Es zeigt sich jedoch, dass auch Xiaomi nur mit Wasser kocht und sich früher oder später mit Problemen herumschlagen muss, welche alle anderen Autokonzerne ebenfalls zu bewältigen haben. Natürlich erhält das Ganze derzeit unverhältnismäßig viel Aufmerksamkeit und ob Xiaomi überhaupt eine Schuld trifft, bleibt erst einmal offen. Dennoch kann das Ganze durchaus als disruptiv betrachtet werden und solange eine Mitschuld des Unternehmens nicht zweifellos ausgeräumt werden kann, dürfte die Rallye an der Börse mindestens pausieren.
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02.03.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler
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