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Mit der relativen Ruhe könnte es bei Uran bald wieder vorbei sein – Duke Energy und Exelon im Spotlight

US-Atomenergiesektor ist von Uranlieferungen aus Russland und Kasachstan abhängig

NTG24 - Mit der relativen Ruhe könnte es bei Uran bald wieder vorbei sein – Duke Energy und Exelon im Spotlight

 

Nach der jüngsten Eskalation in den Beziehungen des Westens zu Russland nach dessen Überfall auf die Ukraine stellt sich auch auf dem Uranmarkt erneut die Frage nach der strategischen Versorgungssicherheit, nicht nur in Europa, sondern auch in den USA. Dort wird ein bedeutender Teil des Atomstroms mit Uran gewonnen, welches aus Russland, Kasachstan und Usbekistan stammt. Vor diesem Hintergrund sind auch die jüngsten Initiativen von US-Atomenergieunternehmen wie Duke Energy und Exelon zu bewerten, diese Lieferungen von den Sanktionen gegen Russland auszunehmen.

Anfang des Jahres wurden viele Beobachter mit den Unruhen in Kasachstan aus ihrer Wohlfühlblase gerissen. Denn das Land ist einer der größten Exporteure von Uran, wie wir in unserem Beitrag ,,Instabiler Weltmarkt-Oligopolist Kasachstan könnte Uran deutlich antreiben‘‘ vom 06.01.2022 darlegten.

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Werbebanner EMH PM TradeIm Anschluss bat der kasachische Präsident Russland um Hilfe bei der innenpolitischen Stabilisierung, woraufhin Russland Truppen im Rahmen der Mitgliedschaft im gemeinsamem Verteidigungsbündnis OVKS (Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit) entsandte, diese aber nach Niederschlagung der Proteste wieder abzog. Kaum war aber die politische Lage in Kasachstan vorläufig stabilisiert, eskalierte der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine.

Nun ist aber auch Russland ein bedeutender Exporteur von Uran, und damit könnte die Plateau-Phase des Uranpreises, welche seit seinem Preisschub im Herbst 2021 andauert, bald ein Ende finden!

Nach einem Kurssprung im September 2021 bewegt sich der Preis des an der COMEX gehandelten Uran-Futures seither ohne stärkere Rückfälle in einem Seitwärtskanal.

 

Uran auf TradingView

 

Dies könnte allerdings die USA direkt treffen, denn die USA verlassen sich bei etwa der Hälfte des Urans, das ihre Kernkraftwerke antreibt, rund 22,8 Mio. Pfund (10,3 Mio. kg) im Jahr 2020 – auf Russland und seine Verbündeten Kasachstan und Usbekistan, die wiederum etwa 20 % des US-Stroms produzieren.

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Außerdem spielt die stabile Stromversorgung in den USA auch eine bedeutende Rolle bei der Erfüllung des jüngsten Versprechens von US-Präsident Biden, die Energiekosten für die US-Bürger niedrig zu halten.

Nicht zuletzt deshalb wirkt das National Energy Institute (NEI), eine Interessenvereinigung von US-Kernenergieunternehmen, bei der US-Regierung darauf hin, die Ausnahmeregelung für Uranimporte aus Russland beizubehalten. Zu den NEI-Mitgliedern gehören unter anderem Duke Energie Corp (US26441C2044) und Exelon (US30161N1019).

Aktuell besitzen die USA keine eigene Uranproduktion oder –verarbeitung, wobei die US-Bundesstaaten Texas und Wyoming über große Uranreserven verfügen.

 

Und was ist das Fazit?

 

Nach der eindrücklichen Erinnerung am Beispiel Kasachstans im Herbst letzten Jahres, wie sehr die Rohstoffversorgung von politischer Stabilität abhängt, zeigt nun die jüngste Eskalation zwischen Russland und dem Westen, wie verwundbar selbst die USA bei ihrer Energieerzeugung von Uranimporten sind.

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Werbebanner ISIN-WatchlistDie charttechnische Entwicklung des Uranpreises seit Herbst 2021, aber auch die ausgedehnte Bodenbildung im letzten Jahrzehnt deuten darauf hin, dass der Uranpreis vor einem neuen Aufwärtsimpuls stehen dürfte. Dabei sind die Energielücken der ,,grünen Wende der Weltwirtschaft‘‘ noch gar nicht berücksichtigt. Auch deshalb dürfte der Uranpreis so etwas wie ein indirekter Indikator dafür sein, ob eine Umstellung der Energieversorgung ohne größere Störungen gelingt.

 

02.03.2022 - Arndt Kümpel

Unterschrift - Arndt Kümpel

 

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