
Deutz beliebt bei Analysten, Zweifel an Kursexplosion von Steyr Motors, Nvidia erhält wieder etwas Rückendeckung und Tesla navigiert sich ins Abseits
Von neuen Börsenstars und einem nachlassenden Hype
Die Inflation in den USA legt weiter zu, das Konsumklima leidet und die Folgen von Trumps immer neuen Zöllen gegen Partner und Rivalen sind noch nicht einmal zu spüren. Der US-Präsident scheint die US-Wirtschaft sehenden Auges gegen die Wand fahren zu wollen, was an der Börse natürlich für Verunsicherung sorgt. In der Folge sind US-Titel wenig gefragt und der Fokus der Bullen verschiebt sich auf andere Märkte.
Den nächsten Boom scheinen einige Analysten bei Motoren und Rüstung zu erkennen. Sehr gefragt ist etwa die Aktie von Deutz (DE0006305006). Hier gab es in der laufenden Woche zwar Verluste von gut zehn Prozent zu sehen. Seit Jahresbeginn ging es aber um 70 Prozent bis auf 6,97 Euro zum Wochenende in die Höhe und die Experten vermuten noch mehr Aufwärtspotenzial. Nahezu einstimmig erwarten Analysten sehr positive Effekte durch das 500 Milliarden Euro schwere Infrastrukturpaket von Union und SPD.
Vor einigen Tagen erhöhte Hauck & Aufhäuser das Kursziel für Deutz auf ansehnliche elf Euro. Warburg Research zeigt sich sogar nochmal optimistischer und lobt 11,80 Euro als Kursziel aus. In beiden Fällen würde es sich um den höchsten Kurs seit rund 18 Jahren handeln. Rückenwind verleihen Deutz die Zahlen aus dem vergangenen Jahr, welche die Erwartungen bereits zum Teil übertreffen konnten, und da gab es freilich noch keinerlei Auswirkungen durch die Schuldenpläne der Politik zu spüren.
Steyr Motors: Verdächtige Kursexplosion?
Voll und ganz den Vogel abgeschossen hatte zu Mitte des Monats die Aktie von Steyr Motors (AT0000A3FW25), die zeitweise bis auf fast 400 Euro in die Höhe schoss. Mittlerweile hat die Lage sich wieder beruhigt und der Kurs pendelte sich zum Wochenende bei 55 Euro ein. Seit Jahresbeginn sind hier noch Aufschläge von knapp 300 Prozent zu verzeichnen. Wer nicht gerade am Höhepunkt eingestiegen ist, dürfte zufrieden sein.
Laut einem Bericht von „Wallstreet Online“ wittert die Anwaltskanzlei Reime allerdings mögliche Marktmanipulationen und Insiderhandel und nimmt nun den Hauptaktionäre Mutares ins Visier. Geprüft werden sollen mögliche Schadenersatzforderungen von anderen Anteilseignern. Zunächst soll sich jedoch die Bafin mit dem Thema beschäftigen. Erkenntnisse gibt es bisher noch nicht und an dieser Stelle soll kein vorschnelles Urteil gefällt werden. Auffällig ist die Kursexplosion aber allemal.
Nvidia: Comeback in Sicht?
Während die Möglichkeiten in Europa momentan schier endlos erscheinen, ziehen die Börsianer sich aus KI-Aktien sichtlich zurück. Das bekommt die Aktie von Nvidia (US67066G1040) zu spüren, welche gestern um weitere 1,6 Prozent auf nur noch 109,67 US-Dollar zurückrutschte. Das Allzeit-Hoch bei 153,13 Dollar rückt damit immer weiter in die Ferne. Unerreichbar ist es allerdings nicht, wenn es nach den Analysten der Bank of America geht.
Dort wird die derzeitige Schwäche der Nvidia-Aktie lediglich als Kaufchance interpretiert und das Kursziel auf satte 200 Dollar festgezurrt. In der dazugehörigen Studie sprechen die Börsenprofis unter anderem von möglicherweise überzogenen Ängsten aufgrund von Exportregelungen, welche noch die Biden-Regierung auf den Weg brachte. Erwartet wird, dass die Trump-Administration in Bälde für mehr Klarheit sorgen wird und Nvidia dann wieder Rückenwind genießen könnte.
Ist Tesla erledigt?
Der Hype um Tesla (US88160R1014) hat sich ebenfalls schwer abgekühlt und zumindest für das Geschäft in Deutschland sehen die meisten Beobachter schwarz. „Focus Online“ berichtet nach einem Besuch bei einem Hamburger Verkaufshaus von auffällig penetranten Annäherungsversuchen und der Autoexperte Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer schreibt bei „Der Aktionär“ gar, dass der Tesla-Hype Geschichte sei.
Die Zulassungszahlen von Model S und X seien ins Bedeutungslose gerutscht, sodass Tesla in Deutschland damit zu einer Ein-Modell-Marke verkümmert sei. Dass das Facelift des Model Y die Lage merklich bessern wird, daran glaubt Dudenhöffer nicht. Die Konkurrenz habe mittlerweile gerade im niedrigen Preissegment mehr zu bieten und nicht mit einem Elon Musk als CEO zu kämpfen. Die Anleger teilen die Skepsis. Die Tesla-Aktie verlor am Freitag um 3,5 Prozent bis auf 263,55 Dollar an Wert und blickt auf Abschläge von knapp 35 Prozent seit Jahresbeginn.
Die Karten werden neu gemischt
Es kommt Bewegung in die Märkte und dabei gibt es aktuell eine ganze Reihe von Verlierern zu sehen. Was vor einem Jahr noch als sichere Bank galt, geht momentan fast schon auf Erkundungstour im Kurskeller. Auf der anderen Seite entstehen neue Highflyer und der Fokus bewegt sich weg von KI hin zu bodenständigeren Themen wie Rüstung und Infrastruktur. Das mag auch ein Ausdruck davon sein, dass die Börsianer ob der erratischen und wenig vorhersehbaren Politik von Donald Trump wieder verstärkt auf der Suche nach Halt und Verlässlichkeit sind.
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29.03.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler
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30.03.2025 15:40:09 Uhr
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