
Erneut tauchen Gerüchte über einen Einstieg von TSMC bei Intels Foundry-Geschäft auf.
Intel und TSMC scheinen an einem Joint Venture zu basteln
Kürzlich noch präsentierte Intel-Chef Lip-Bu Tan seine weitere Roadmap und von einem Verkauf oder dergleichen des Geschäfts mit der Fertigung war dort nicht die Rede. Stattdessen scheint die Linie von Pat Gelsinger fortgesetzt zu werden, der Ende vergangenen Jahres überraschend aus dem kriselnden Unternehmen ausschied. Doch parallel dazu halten sich hartnäckig Gerüchte darüber, dass Mitbewerber bei Intels Fabs einsteigen könnten. Insbesondere TSMC spielt dabei immer wieder eine wichtige Rolle.
Die Nachrichtenagentur „Reuters“ will nun in Erfahrung gebracht haben, dass Intel (US4581401001) und TSMC (US8740391003) wohl an einem Joint Venture feilen. Einer „provisorischen Vereinbarung“ zufolge soll der Auftragsfertiger aus Taiwan daran mit 20 Prozent beteiligt werden. Mitgeteilt wurde dies dem Vernehmen nach von zwei Personen, welche den Verhandlungen beiwohnten. Beschlossene Sache sei ein Joint Venture wohl bereits. Offen hingegen scheint zu sein, wer sich daran in welchem Maße beteiligt.
Ähnliche Gerüchte tauchten bereits vor einigen Wochen auf und jenen zufolge könnten sich auch AMD, Nvidia, Qualcomm und Broadcom am Joint Venture beteiligen. Eine Erleichterung wäre dies im ersten Moment vor allem für Intel. Der Chipkonzern leidet unter enormen Kosten für seine Chipfabriken. Der Plan, künftig auch für andere Unternehmen Chips herzustellen, ging bisher nicht auf. Zu weit voraus ist die Konkurrenz, sodass es schlicht am Interesse potenzieller Kunden mangelt.
Hat Intels Stunde geschlagen?
Zudem war die Fertigung in den USA zumindest bisher nicht für jeden Konzern unbedingt interessant. Genau das könnte sich in diesen Tagen aber ändern. Beim massiven Zollpaket von Donald Trump sind Halbleiter zwar offenbar noch ausgenommen. Dass es dabei ewig bleiben wird, daran dürften aber nicht wenige Beobachter zweifeln. Für den US-Markt dürfte es aus Sicht von TSMC von Vorteil sein, über eine lokale Produktion zu verfügen.
Die Berichte bleiben unbestätigt, klingen allerdings einigermaßen glaubhaft. Zu diesem Schluss kamen gestern auch die Anleger, welche der Intel-Aktie Aufschläge von 2,1 Prozent gönnen und den Kurs auf 22,43 US-Dollar hievten. Nachbörslich legte das Papier noch etwas mehr zu. Das ist zwar noch nicht der ganz große Befreiungsschlag. Eine solche Performance am schwächsten Börsentag in den USA seit 2020 ist aber durchaus beachtlich.
Die Aktionäre von TSMC zeigten sich weniger euphorisch. Hier waren Kursverluste von 7,6 Prozent zu beobachten, was den Kurs auf 157.38 Dollar reduzierte. Für TSMC scheint ein Einstieg bei Intels Fabs nicht ganz uninteressant zu sein. Zumindest zu Beginn wäre es aber wohl mit Kosten verbunden und die Anleger sind offenbar nicht restlos davon überzeugt, dass sich dies auch eines Tages auszahlen wird. Der Schock über neue US-Zölle dominierte hier letztlich das Chartbild.
Es tut sich was
Wo Rauch ist, ist bekanntlich auch Feuer. Die Vielzahl und die hohe Frequenz neuer Gerüchte um Intels Fab-Geschäft spricht recht deutlich dafür, dass sich hier schon in naher Zukunft irgendetwas tun wird. Die genaue Ausgestaltung der Lösung mag sich noch verändern. Wie es scheint, befindet man sich noch in der Phase von Verhandlungen. Aus Anlegersicht ist es aber schon erfreulich, dass überhaupt etwas zu passieren scheint. Schließlich sind die Milliardenverluste der Intel-Fabriken neben dem verschlafenen KI-Trend einer der Hauptgründe dafür, dass die Intel ins Bodenlose abgedriftet ist.
Gelingt es Intel, das Foundry-Geschäft aus der Bilanz weitgehend zu streichen, so wären vielleicht in nicht allzu ferner Zukunft auch wieder stattliche Gewinne denkbar. Schließlich haben wir es, trotz aller Rückschläge, noch immer mit dem Marktführer bei Consumer-CPUs zu tun. Intel selbst verspricht außerdem, technologisch spätestens im nächsten Jahr bedeutende Fortschritte präsentieren zu können. Die Anzeichen darauf, dass die Talsohle überschritten werden kann, verdichten sich.
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04.04.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler
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