
MAN: Der nächste Rotstift
Hat der jüngste Traton-Plan was damit zu tun?
In der Fahrzeugbranche wird derzeit kräftig mit dem Rotstift gearbeitet. Kein Wunder, zeigte doch der jüngste Auto-Gipfel die Unfähigkeit bzw. den Unwillen der deutschen Politik, der letzten Schlüsselindustrie Deutschlands aus der Misere zu helfen. Immer in Erinnerung daran, dass zwar die deutschen Autohersteller wichtige Trends der letzten Jahre verschlafen haben, in die jetzige prekäre Situation allerdings auch hauptsächlich durch politische Entscheidungen gedrängt wurden.
Deshalb wechseln sich die Fahrzeughersteller in Deutschland im Wochen- bzw. Monatstakt damit ab, neue Sparrunden anzukündigen. Nun war es auch beim Nutzfahrzeug-Hersteller MAN soweit. Wie das Unternehmen aus dem Volkswagen-Konzern mitteilte, sollen weltweit bis zu 9.500 Stellen wegfallen. Das wäre mehr als jeder vierte Job im Konzern.
Mit eisernem Besen
Mit dieser Radikalkur will das Unternehmen bis 2023 eine Ergebnisverbesserung von rund 1,8 Milliarden Euro erreichen. Deshalb wird auch mit dem großen Besen gekehrt. Beispielsweise soll der komplette Produktionsstandort im österreichischen Steyr wie auch Betriebe in Sachsen und Rheinland-Pfalz komplett geschlossen werden.
Eine ganz große Überraschung ist dieser angekündigte Stellenabbau allerdings nicht. Denn schon seit einiger Zeit wurde darüber spekuliert, allerdings mit weitaus weniger Umfang. Insofern kann man den aktuellen Plan wohl auch in Verbindung bringen mit dem Plan der Holding-Gesellschaft Traton, die derzeit in Gesprächen ist, den amerikanischen Lkw-Hersteller Navistar zu übernehmen.
Aktie mit aussichtreicher Charttechnik
Fazit: Die Sparpläne kommen jedenfalls gut an der Börse an. Zum Wochenschluss konnte die Aktie von MAN ein weiteres Plus schaffen und steht damit nun wieder an der Schwelle des alten Widerstandes bei knapp 53 Euro. Ein Ausbruch darüber könnte den Weg frei machen mindestens in einer nächsten Stufe bis rund 58 Euro.
Hinsichtlich der Charttechnik verzeichnet MAN bislang einen sehr stabilen Aufwärtstrend. Der sollte wie beschrieben weiter gehalten werden können. Deshalb würden wir MAN an dieser Stelle auch als Kauf ansehen.
11.09.2020 - Carsten Müller - cm@zuercher-boersenbriefe.ch
Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)