
Weitere Milliarden sollen bei Meta in den Aufbau von KI-Rechenzentren fließen, was an der Börse allerdings nicht nur mit Begeisterung aufgenommen wird
Lohnen sich die massiven Investments für Meta überhaupt?
2023 hatte Meta noch zu kämpfen und rief im Zuge dessen das „Jahr der Effizienz“ aus. Es wurde an allen Ecken und Enden gespart. Zahlreiche Mitarbeiter mussten das Unternehmen verlassen und die fetten Jahre schienen endgültig vorbei zu sein. Doch nur kurze zwei Jahre später sitzt das Geld schon wieder sehr locker – zumindest, wenn es um Investitionen in das Thema Künstliche Intelligenz (KI) geht.
Der Sektor erfährt dieser Tage schon wieder einen neuen Boom- US-Präsident Trump kündigte vor wenigen Tagen das Megaprojekt „Stargate“ an, an dem vor allem Oracle, OpenAI, MGX und die japanische Softbank beteiligt sind. Rund 500 Milliarden US-Dollar sollen in den Aufbau von KI-Rechenzentren im Laufe der nächsten Jahre investiert werden. Obschon Mark Zuckerberg sich dieser Tage darin übt, vor Trump zu Kreuze zu kriechen, wurde sein Unternehmen Meta (US30303M1027) bei dem Vorhaben offenbar nicht bedacht.
Abhängen lassen möchte man sich aber freilich nicht und so kam am Wochenende vielleicht nicht ganz zufällig die neueste Ankündigung über weitere KI-Investitionen. Zwischen 60 und 65 Milliarden Dollar will Meta allein in diesem Jahr in die Hand nehmen, um seine eigenen Kapazitäten in diesem Segment auszubauen. Zuckerberg spricht von einem „wichtigen Jahr für die KI“ und davon, dass er selbst und Meta dabei voranzugehen gedenken. Genau das haben sich aber auch Konkurrenten wie Microsoft und Google auf die Fahne geschrieben.
Meta: Nicht kleckern, klotzen!
Das jüngste Datenzentrum von Meta soll im eher verschlafenen US-Bundesstaat Louisiana entstehen. Zehn Milliarden Dollar werden in die Hand genommen, um dort auf einer Fläche, die halb so groß ist wie Manhattan, ein KI-Zentrum der Superlative entstehen zu lassen. Mit der Fertigstellung wird bis zum Ende des laufenden Jahrzehnts gerechnet. Dann sollen dort rund 5.000 Mitarbeiter beschäftigt sein. Die Mitbewerber hegen ähnliche Pläne und sie alle können sich sicher sein, dass die neue Regierung dem Thema nicht nur höchste Priorität beimisst, sondern wohl auch darauf verzichten wird, mit Regularien für Steine im Weg zu sorgen.
Meta ist in Sachen KI bisher gut aufgestellt. Das eigene LLaMA-Sprachmodell, welches erst Anfang 2023 veröffentlicht wurde, erfreut sich dank seines quelloffenen Ansatzes über große Beliebtheit. Es wird von zahlreichen Unternehmen und Entwicklern verwendet, gerne auch in angepasster Form für die eigenen Bedürfnisse. Natürlich kann man sich auf den bisherigen Erfolgen aber kaum ausruhen. Die Technologie entwickelt sich rasant weiter und ganz vorne bleiben nur diejenigen, die ihre Rechenkapazitäten massiv und weitgehend ohne Rücksicht auf Verluste ausbauen.
Von dieser Warte aus betrachtet ist der jüngste Vorstoß von Meta wahrscheinlich zu begrüßen. An der Börse scheint sich aber auch etwas Skepsis breitzumachen. Darauf weist zumindest hin, dass die Meta-Aktie heute Morgen mit Verlusten von etwas mehr als zwei Prozent in den Handel an den hiesigen Märkten startete. Der Kurs ging auf 602,90 Euro zurück und entfernte sich ein Stückchen weiter vom Allzeit-Hoch bei 620 Euro.
Meta und das liebe Geld
Das ist freilich noch lange kein Absturz, doch dürfte sich mancher Anleger schon seine Gedanken darum machen, ob die schwindelerregenden KI-Ausgaben auch eines Tages auszahlen werden. Denn bisher verzeichnen nur die wenigsten Konzerne auch nennenswerte Umsätze mit ihren KI-Systemen. Die Tech-Giganten gehen in Vorkasse, was selbstredend einige Risiken mit sich bringt. Meta erzielte beispielsweise im Jahr 2023 knappe 135 Milliarden Dollar an Umsatz, das allermeiste davon aus dem Werbegeschäft. Der Gewinn lag bei 39,1 Milliarden Dollar. Anders ausgedrückt ist der Konzern drauf und dran, mehr als seinen kompletten Jahresgewinn in KI-Investitionen zu stecken.
Weitere Details dürfte es im Laufe dieser Woche geben, denn schon am Mittwoch stehen bei Meta frische Quartalszahlen und damit auch die Gesamtzahlen für 2024 an. Der neue Fokus auf KI sorgt für viel Aufmerksamkeit an der Börse und fraglos auch abseits dafür für interessante Chancen. Doch sollte sich niemand der Illusion hingeben, dass entsprechende Ambitionen risikobefreit wären.
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27.01.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler
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