
Nike schwach nach den Zahlen
Wall Street strafte Nike nach den Zahlen - Ausblick für Weihnachten ist trübe
Nike wurde nachbörslich an der Wall Street abgestraft. Der Sportartikelhersteller leidet unter der weltweiten Konsumzurückhaltung und muss seine Lagerbestände rauswerfen.
Die Zahlen zum 1. Fiskalquartal von Nike (US6541061031) waren keine Katastrophe. Der Umsatz verbesserte sich leicht um 4 % auf 12,69 Mrd. US-Dollar, wobei allerdings die direkten Umsatzkosten deutlich schneller um 8 % auf 7,07 Mrd. US-Dollar stiegen. Entsprechend sank schon die Rohertragsmarge deutlich von 46,5 % auf 44,3 %.
Auch die restlichen operativen Kosten kletterten. Der wichtigste Aspekt war dabei das Marketing und Vertrieb, wo Nike mit deutlich höheren Rabatten und Discounts arbeiten musste. Der Hintergrund war, dass der Sportartikelhersteller mit zu grossen Lagerbeständen ins neue Fiskaljahr gestartet war, nachdem das Verbrauchervertrauen seit Ende Juni weltweit aus dem Stand eingebrochen war. Ein Problem, dass sich auch im laufenden Kalenderquartal weiter fortgesetzt hat und dem Einzelhandel grosse Probleme bereitet.
Der Druck auf die Margen führte zu einem deutlichen Gewinnrückgang. Vor Steuern verdiente Nike 1,83 Mrd. US-Dollar nach 2,11 Mrd. US-Dollar im Vorjahresquartal. Ein Rückgang um -13 %. Aufgrund einer deutlich gestiegenen Steuerrate sank das Ergebnis nach Steuern um -22 % auf 1,47 Mrd. US-Dollar.
Lagerbestände belasten immer noch
Das echte Problem für die Börse liegt im Ausblick. Ähnlich wie die Konkurrenz geht auch Nike davon aus, dass die Lagerbestände im laufenden wichtigen 2. Fiskalquartal zu hoch sein werden. Man plant, die Bestände angesichts der sinkenden Nachfrage weiter abzubauen, was sich in einer niedrigeren Marge ausdrücken wird. Alle Sportartikelhersteller leeren jetzt gleichzeitig ihre Lagerbestände ins entscheidende Weihnachtsgeschäft hinein, was am Ende nichts anderes als eine grosse Rabattschlacht bedeutet.
Nike gab somit keine Entwarnung für das laufende Geschäftsjahr. Das aktuelle Quartal wird voraussichtlich enttäuschend im Hinblick auf das Ergebnis ausfallen, weswegen die Aktien nachbörslich um fast -10 % auf 86,47 US-Dollar abrutschten. Das Management zeigt sich allerdings zuversichtlicher im Hinblick auf das 2. Halbjahr des laufenden Fiskalquartals. Sobald die Lagerbestände wieder der Nachfrage entsprechen, sollen sich auch die Margen wieder stabilisieren.
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01.10.2022 - Mikey Fritz
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