
Wie erwartet stellte Apple ein neues, günstiges iPhone vor, kann damit aber keine Begeisterungsstürme auslösen
Preisbewussten Nutzern mutet Apple einige Kompromisse zu
Es wurde in den letzten Wochen schon viel darüber spekuliert. Nun gibt es endlich Gewissheit. Apple hat das jüngste Modell seiner Reihe günstigerer iPhones enthüllt. Jenes wird allerdings nicht länger auf den Namen iPhone SE hören, sondern als iPhone 16e vermarktet. Unter der Haube steckt mit dem A18 der aktuelle Chip, welcher auch bei den Flaggschiffen zum Einsatz kommt. Damit ist das Gerät rein technisch für Apple Intelligence gerüstet, so die Funktion denn eines Tages weltweit verfügbar sein wird.
An den Start geht das iPhone 16e rund 250 Euro günstiger als das iPhone 16 und noch 150 Euro günstiger als das iPhone 15. 699 Euro ruft Apple (US0378331005) für die Variante mit 128 GB Speicher auf. Mit 512 GB werden es schon 1.079 Euro. Vielleicht geht es nur mir so, doch ich habe so meine Probleme damit, ein solches Gerät noch als „günstig“ zu bezeichnen. Der Vorgänger ging vor rund drei Jahren noch für 519 Euro über die Ladentheke.
Der Einstieg in die iPhone-Welt kommt mit einigen Kompromissen aus. So gibt es etwas nur eine einzelne Kameralinse, welche aber mit mehr Megapixeln als in vorherigen Modellen ausgestattet wird und immerhin einen zweifachen Telezoom bietet. Drahtloses Laden gehört zum Repertoire des Geräts, magnetisch via MagSafe wird es aber nicht vonstattengehen. USB-C ist vorhanden, verwendet aber den heutzutage stark angestaubten 2.0-Standard mit bis zu 480 Mbit/s.
Apple lässt die Einsteiger-Klasse wachsen
Für den in dieser Klasse höheren Preis bietet Apple aber auch einige Neuerungen. Das Display wächst von 4,7 auf nun 6,1 Zoll und Face ID ist mit vollem Funktionsumfang vorhanden. Untergebracht ist die Technik dafür in einer Notch, was schwer an das Design des iPhone 14 erinnert. Die Dynamic Island bleibt also den Flaggschiffen vorbehalten. Der Bildschirm löst mit 2.532 x 1.170 Pixeln auf und erreicht damit absolut ausreichende 460 ppi.
Einzigartig ist das Modem, welches Apple bei seinem neuen Smartphone verwendet. Mit dem C1 kommt zum ersten Mal überhaupt eine Eigenentwicklung zum Einsatz. Übertragungen via Satellit sollen damit ebenfalls möglich sein. Wie gut das Ganze in der Praxis funktioniert, wird sich zeigen müssen. Es könnte aber ein Testballon für künftige iPhones sein. Mit eigenen Modems kann Apple Produktionskosten senken und damit Margen potenziell noch weiter steigern.
Unter dem Strich ist das iPhone 16e nicht allzu spektakulär, aber auch beileibe kein Totalausfall. Das Gerät dürfte in Zukunft häufig und gerne als Diensthandy zum Einsatz kommen. Es stellt zudem einen nicht billigen, aber im Vergleich zu den Top-Modellen günstigeren Einstieg in den Apple-Kosmos dar. Das ist nicht unwichtig in Zeiten, in denen Verbraucher sich aus Furcht vor Inflation und Co. bei größeren Ausgaben auffällig zurückhalten.
War da was?
An der Börse wird die Vorstellung des neuen Geräts, welches bereits in wenigen Tagen erhältlich sein soll, mit einem Achselzucken quittiert. Um kaum spürbare 0,16 Prozent konnte die Apple-Aktie gestern zulegen und den Kurs damit bis auf 244,87 US-Dollar anheben. Zwar ist jeder Kursgewinn besser als eine gegenteilige Entwicklung. Angesichts der vielen Spekulationen und teils großer Erwartungen ist das Ganze aber schon eine kleine Enttäuschung.
Es ist jedoch richtig und wichtig, dass Apple sein Angebot nach unten abrundet. Dass dabei Nerds wie der Autor dieser Zeilen in technischer Hinsicht dezent unterwältigt werden, dürfte kein größeres Problem darstellen. Denn die meisten Nutzer interessieren sich für die Anzahl von Rechenkernen ebenso wenig wie für die Menge an verbautem Arbeitsspeicher und dergleichen mehr. Solange das Gerät seine Funktion erfüllt, dürfte es auf viele zufriedene Nutzer treffen.
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20.02.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler
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