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Evonik ordnet sich grundlegend neu und wird sich dabei wohl von noch deutlich mehr Mitarbeitern als bisher angenommen trennen

Deutlich weniger Abteilungen sollen bei Evonik für mehr Effizienz sorgen

NTG24 - Evonik ordnet sich grundlegend neu und wird sich dabei wohl von noch deutlich mehr Mitarbeitern als bisher angenommen trennen

 

Dass der Chemiekonzern Evonik sich einer Schlankheitskur verschrieben hat, ist längst keine Neuigkeit mehr. Schon vor einer ganzen Weile kündigte das Unternehmen an, rund 2.000 Stellen abzubauen, davon etwa 500 Führungskräfte. Nun kündigten die Verantwortlichen an, die Spar- und Effizienzpläne noch deutlich weiter anschieben zu wollen.

Wie bei der „FAZ“ zu lesen ist, will Evonik (DE000EVNK013) ganze 3.500 seiner insgesamt 8.500 Abteilungen streichen. Dadurch könnten insgesamt 7.000 von rund 32.000 Stellen im Konzern wegfallen. Angestrebt werden sowohl Verkäufe als auch Abspaltungen oder die Übergabe von Bereichen in Gemeinschaftsunternehmen. Welche Sparten davon konkret betroffen sind, wurde zum größten Teil offengelassen.

Gesucht wird aber vor allem für das Infrastrukturgeschäft mit etwa 3.600 Angestellten ein Partner, der sich um die Betreuung der Anlagen kümmert. Eilig hat Evonik es bei den Umbauplänen für den eigenen Konzern nach eigener Aussage aber nicht. Nicht solle „verramscht“ werden, ließ CEO Christian Kullmann gegenüber Journalisten wissen. Dazu passt, dass der Verkauf der Sparte C4-Chemie sich nun schon seit einigen Jahren hinzieht.

 

 

 

Evonik will schlanker werden

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeIm Fokus steht bei Evonik laut eigener Aussage, das Unternehmen einfacher, schneller und schlanker aufzustellen. Zu diesem Zweck sollen die bislang vier berichtenden Konzernsparten in nur noch zwei Entitäten aufgeteilt werden. Die Sparte „Advanced Technologies“ soll mit etablierten Geschäften für verlässliche Einnahmen sorgen. Beim Segment „Custom Solutions“ finden sich derweil innovative und maßgeschneiderte Produkte, die eher durch die Marge als durch das Volumen überzeugen. Beispiele dafür finden sich unter anderem bei Kunden aus der Pharmabranche.

Einstellen will sich Evonik mit dem massiven Umbau auch auf eine Zukunft, die unter dem Zeichen von weniger Globalisierung und zunehmenden Protektionismus steht. Seine Umsätze will der Konzern in Zukunft zu je einem Drittel in den USA, Asien und Europa erzielen. Um dafür für bestehende und mögliche neue Zollschranken gerüstet zu sein, werden schon jetzt Standorte rund um den Globus betrieben.

Weniger Investitionen im Heimatmarkt hält Evonik derweil nicht für die beste Idee. Aufgrund des geringeren Wachstums in Europa werde sich dies zwar angleichen. Doch Forschung und Entwicklung sollen grundsätzlich ein wichtiges Thema bleiben. Dies sei auch für den chinesischen Markt wichtig. Wert dort auf Technologie setze, die alle können, werde laut Evonik-Chef Kullman „brutal untergehen“. Wichtig sei es deshalb, ein kleines bisschen besser als andere zu sein. Die Kronjuwelen sollen dabei in der Heimat bleiben.

 

Auf Worte müssen Taten folgen

 

An der Börse werden die Sparpläne von Evonik bisher noch nicht allzu frenetisch gefeiert. Mit dem Aktienkurs geht es seit einer ganzen Weile schon in die Tiefe, worin sich auch die allgemein schwache Verfassung der hiesigen Branchenvertreter widerspiegelt. Versprochen wurde schon mit dem bereits angekündigten Sparprogramm, jährlich 400 Millionen Euro an Kosten einzusparen. Welche Effekte die nun angekündigten Anpassungen mit sich bringen könnten, wurde zunächst nicht beziffert.

Evonik wird aber zeigen müssen, dass der Sparkurs auch greifbare Effekte hat, um die Börsianer wieder in Kauflaune zu versetzen. Wichtig wird dabei sein, dass das Unternehmen mit seinen Anpassungen seine Wachstumschancen nicht unsanft abwürgt. Denn Investments in Aktien sind letztlich für Anleger nur dann interessant, wenn in Zukunft noch mit Wachstum zu rechnen ist. Evonik scheint sich momentan eher gesundschrumpfen zu wollen. Dadurch lässt sich in der Theorie durchaus eine Basis schaffen, um mit Kernsegmenten wieder in einen Wachstumskurs zu finden. Doch bleibt das für den Moment nur eine Hoffnung und die Aktionäre können noch nicht abschließend einschätzen, was die nächsten Monate und Jahre mit sich bringen werden. Die vornehme Zurückhaltung ist daher nachvollziehbar.

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16.12.2024 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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