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Volkswagen im Visier italienischer Behörden, auch bei BYD, Tesla und Stellantis werden Ermittlungen aufgrund einer möglichen Verbrauchertäuschung eingeleitet

Italienische Wettbewerbshüter vermuten irreführende Angaben über Leistung und Reichweite von E-Autos

NTG24 - Volkswagen im Visier italienischer Behörden, auch bei BYD, Tesla und Stellantis werden Ermittlungen aufgrund einer möglichen Verbrauchertäuschung eingeleitet

 

Nicht ganz zehn Jahre ist es her, dass der Diesel-Skandal hohe Wellen schlug und bis heute sind die Nachwirkungen davon spürbar. Einige Prozesse beschäftigen sich noch immer mit dem Thema. Nun vermutet die italienische Wettbewerbsbehörde, dass es einen neuen Skandal rund um irreführende Angaben geben könnte und nimmt dafür vier Unternehmen ins Visier.

Dieses Mal stehen Elektroautos im Verdacht, den Verbrauchern nicht das zu liefern, was von den Herstellern versprochen wird. Ins Visier der Ermittler gerät dabei unter anderem Volkswagen (DE0007664039) als einer der größten Hersteller von Elektroautos. Ob dabei auch bestimmte Modelle Stein des Anstoßes waren, ist den Medienberichten nicht zu entnehmen. Unter anderem berichtete das „Handelsblatt“ über die Angelegenheit.

 

 

 

Volkswagen selbst gab bislang noch keinen Kommentar ab, wie auch die übrigen betroffenen Konzerne. Die Aktie hatte zum Zeitpunkt des Entstehens dieses Artikels noch keine Gelegenheit, um zu reagieren. Zuletzt geriet der Kurs am Freitag unter Druck, nachdem US-Präsident Donald Trump vage Einfuhrzölle für Autos in Aussicht stellte. Solche könnten ab dem Frühjahr kommen und bei 25 statt bisher 2,5 Prozent liegen. Experten befürchten, dass ein solcher Schritt Volkswagen besonders hart treffen könnte.

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Flunkert BYD?

 

Konkret klagen die Verbraucherschützer darüber, dass die Hersteller bei Reichweiten, Akkukapazitäten und der Einschränkung von Standardgarantien für Batterien mit ihren Kunden nicht ganz ehrlich umgehen würden. Wohlbekannt ist, dass die üblicherweise per WLTP gemessenen Reichweiten in der Praxis selten bis nie erreicht werden. Im vergangenen Frühjahr berichtete die „Automobil Revue“ bereits, dass Elektroautos oft deutlich mehr verbrauchen, als der WLTP-Wert vorgibt. In einer Umfrage gaben knapp 51 Prozent der Befragten an, dass ihr Auto mehr als den WLTP-Wert verbrauchen würde.

Auch BYD (CNE100000296) verlässt sich bei seinen in Europa vertriebenen Autos auf WLTP-Werte; in China wird sogar der als noch unzuverlässiger geltende CLTC-Standard verwendet. Bisher ist man damit gut gefahren, doch in Italien wird nun allem Anschein nach genauer hingesehen. Das Unternehmen gab dazu keinen Kommentar ab und die imposante Rallye der Aktie blieb noch unberührt. Anders als die meisten Konkurrenten gelang es BYD im vergangenen Jahr, die Auslieferungszahlen deutlich zu steigern.

 

Tesla ebenfalls im Verdacht

 

Die Ermittlungen in Italien erfolgen in Zusammenarbeit mit der Guardia di Finanza, welche wohl bereits die italienischen Zentralen der betroffenen Hersteller durchsucht hat. Auch bei Tesla (US88160R1014) war man demnach vorstellig, von dort war aber ebenfalls noch kein Kommentar zu vernehmen. Tesla ist der einzige reine E-Auto-Hersteller, der von den Behörden näher untersucht wird. Der US-Konzern verlässt sich bei seinen Angaben zu Leistung und Reichweite ebenfalls auf den WLTP-Standard.

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Werbebanner Speed Monkeys - Tesla Tuning EssenWeitaus mehr unter Druck gesetzt wird die Tesla-Aktie allerdings durch magere Absatzzahlen, welche zuletzt zum ersten Mal seit etwa 13 Jahren rückläufig waren. Wie gehabt wird dies vordergründig auf die angestaubte Produktpalette und die politischen Exzesse von Elon Musk zurückgeführt. Letztere sind wohl auch mitverantwortlich dafür, dass sich in den USA Protest regt. Die Nachrichtenagentur „Reuters“ berichtete am Wochenende darüber, dass in allen 50 Bundesstaaten Demonstrationen gegen die amtierende Regierung stattfinden sollen.

 

Stellantis wird nicht verschont

 

Ob sich der Verdacht der italienischen Wettbewerbshüter erhärten wird, das bleibt noch abzuwarten. Sollte es dazu kommen, müsste aber wohl auch Stellantis (NL00150001Q9) mit Sanktionen rechnen. Der Mutterkonzern von Marken wie Opel wird explizit als Ziel der Ermittlungen genannt und gerade in Europa zählt er zu den größten und wichtigsten Autoherstellern überhaupt. Auch dort wird die Elektromobilität seit Jahren vorangetrieben.

Allerdings zahlte sich dies zuletzt kaum noch aus. Auslieferungszahlen waren zeitweise stark rückläufig und der Aktienkurs hat auf Jahressicht um über 40 Prozent an Wert verloren. Erst seit einigen Wochen basteln die Bullen an einer kleinen Erholung. Einen frischen Skandal kann man da freilich nicht gebrauchen. Gleichwohl müssen Anleger das Ganze natürlich im Auge behalten.

 

(K)ein Grund zur Panik?

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeNoch ist das Vorgehen der italienischen Wettbewerbsbehörde mit dem Dieselskandal nicht annähernd vergleichbar. Schließlich gibt es keine Hinweise auf Manipulationen oder dergleichen. Bemängelt wird vielmehr die Art und Weise, mit welcher Angaben über Leistung und Reichweite von Elektroautos erfolgen. Die Hersteller können sich darauf berufen, weitestgehend einen Branchenstandard zu verwenden. Allerdings ist Kritik daran auch nicht unbedingt etwas Neues. Angestoßen werden könne ein Prozess, bei dem WLTP an sich unter Feuer gerät, was auch die Hersteller nicht kaltlassen würde. Doch bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten und für panische Reaktionen gibt es momentan noch keinerlei Anlass.

 

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24.02.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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